Wie Frau und Mann die Herzen von potenziellen Flirtpartnern im Voraus gewinnen können
Liebe Leserin, lieber Leser: Sie kennen folgende Klischees: „Männer stehen auf Blondinen, auf Barbies – Frauen fahren auf Brad Pitt-Typen ab.“ Was meinen Sie? Ist da was dran oder nicht?
Vor Kurzem ging eine populäre Online-Partneragentur in einer groß angelegten Studie diesen Vorstellungen auf den Grund. Genauer gesagt, man wollte Licht ins Dunkel bringen. An der betreffenden Befragung waren mehr als 4.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beteiligt (siehe www.elitepartner.de, 05.03.2009).
Ich habe die wichtigsten Ergebnisse hier mal kurz zusammengefasst.
Blond ist in
Sehr viele Männer stehen auf blonde Frauen, genauer gesagt, 37 Prozent der Probanden machten entsprechenden Aussagen. Möglicherweise liegt dies an den Vorurteilen, die man dieser Personengruppe meistens entgegenbringt. Sie kennen entsprechende Verallgemeinerungen wie: „Blondinen sind wie kleine Mädchen“, „Blondinen lassen sich aufgrund ihres offenen Charakters eher ansprechen“, „Blondinen kriegt man schneller rum“ oder „Blondinen flirten gerne“.
Nur jeder vierte Mann, der an der Studie teilnahm, konnte sich für Schwarzhaarige begeistern. Rothaarige kommen anscheinend nur bei jedem 16. Mann gut an. (Komisch, dabei hat doch vor einem Jahr Rotschopf Barbara Meyer bei „Germany’s next Topmodel“ gewonnen. Egal.)
Ach ja, 25 Prozent der befragten Männer interessierten sich für Brünette.
Wenn die Figur sexy rüberkommt, ist das männliche Geschlecht begeistert
Auch ein anderes Klischee wurde durch die Studie bestätigt, nämlich: Männer stehen auf attraktive Frauen. (Gut, diese Erkenntnis wird niemanden überraschen, der sich in Sachen Partnerwahl mal ein bisschen informiert hat.)
Weiter. 43 Prozent der Single-Männer sind auf der Suche nach schlanken Frauen. Wenn es jedoch zu extrem mit dem Schlanksein wird, provozieren betreffende Damen sichtlich eher Abwehr: Nur 17 Prozent stehen auf athletisch-gebaute weibliche Singles, das heißt, nur etwa jeder Sechste.
Tja, dieser Trend zur „perfekten Hülle“ hin, ist doch sehr irrational, nicht? Diplom-Psychologin Lisa Fischbach hat eine Erklärung für dieses Phänomen: „Die tägliche Bilderflut schöner Menschen beeinflusst unser Bewusstsein und prägt ein stereotypes Schönheitsideal, das intolerant für jedwede Art von Individualität macht.“
Gut, sie hat schon recht, unsere Wahrnehmung bei der Partnerwahl ist von dem Einfluss der Medien nicht ganz frei.
Glücklicherweise gibt es ja noch so etwas wie Charisma. Und bekanntlich wird man nicht nur durch sein Erscheinungsbild zum „Menschenfänger“.
Erwiesenermaßen sind auch Personen charismatisch, die nicht unbedingt dem typischen Schönheitsideal entsprechen. Es gilt: Wer sich selbstbewusst in Szene setzen kann, aber auch mal das „stille Wässerchen“ ausstrahlt, hat mindestens genauso viel Außenwirkung wie die sogenannten Alpha-Weibchen. Daher darf Frau sich vom obligatorischen Schönheitswahn verabschieden – ohne das Thema gänzlich zu vernachlässigen – und lieber an Selbstsicherheit, Bildung und Humor arbeiten (das gilt natürlich auch für männliche Singles).
Was macht einen Mann zu einem schönen Mann?
Aber die Studie ging auch dem weiblichen Partnerwahlverhalten auf den Grund.
Tja, auch die Damen der Schöpfung tappen in die Klischee-Falle. Ich hatte oben ja schon den guten Brad Pitt erwähnt. Tatsächlich beschreiben die meisten weiblichen Probanden der Studie (mehr als 2.800 Single-Frauen) den „Traummann“ folgendermaßen: groß, dunkel, blaue Augen.
Außerdem: Blaue und braune Augen sind sehr beliebt – circa 37 Prozent bevorzugten diese Farben. Nur jede fünfte Dame hat ein Faible für Männer mit grünen Augen.
Während es Frauen mit blonder Haarfarbe eher leicht haben, weil sie dem Schönheitsideal entsprechen, sind derartig behaarte Männer nicht so angesagt. Eine blonde Mähne wirkt nur auf 22 Prozent der weiblichen Zielgruppe.
Und natürlich stehen die meisten Frauen auch auf einen Mann, der einen sportlichen Körper hat. Auf 44 Prozent der befragten Frauen trifft dies zu. Schlanke werden von 31 Prozent bevorzugt, lediglich 18 Prozent finden es nicht schlimm, wenn „er“ ein bisschen zu viel auf den Rippen hat.
Fazit
Die „klassischen“ Schönheitsideale sind nach wie vor up to date. Sehr unromantisch. Aber: Diese Tatsache kann man ausnutzen, und zwar sehr konkret. Genauer gesagt, Frauen und Männer, die möglichst viele andere Singles kennenlernen wollen, können gezielt an einer entsprechenden Außenwirkung, wie sie oben beschrieben wurde, arbeiten. Klar, man muss nicht alle Facetten berücksichtigen, vor allem nicht die Geschichte mit dem „perfekten Body“ (siehe oben). Da wird man ruckzuck zum Kalorienzähler und denkt vielleicht irgendwann nach einem erfreulichen Dinner an eine Kotztüte.
Aber ein bisschen Aktivität in Richtung „Selbstoptimierung“ darf es schon sein. Warum? Es vereinfacht die Partnerwahl.
Grund: Mit einer an und für sich reizvollen Hülle löse ich bei der jeweiligen Zielgruppe so gut wie immer förderliche Vorurteile aus. Bedenken Sie: Die meisten Menschen denken in Schubladen. Na dann wollen wir aber in den richtigen landen, oder?
Tipps für Frauen
Folgende Anregungen sind denkbar:
- Achten Sie auf eine Kleidung, die den aktuellen medialen Trend widerspiegelt (auch Männer werden vom TV geprägt).
- Arbeiten Sie an einem typisch femininen Erscheinungsbild.
- Gehen Sie flexibel mit Ihrer Haarfarbe um; probieren Sie doch mal bei Bedarf etwas Neues aus.
- Arbeiten Sie an einem „gesunden“ Erscheinungsbild.
- Machen Sie sich nicht zu viele Gedanken um Ihre Außenwirkung. Das Schönheitsempfinden der anderen ist auch häufig von kindlichen Erfahrungen mit bestimmten Personen aus der Kindheit abhängig. Wenn Sie beispielsweise den anderen durch Ihr Erscheinungsbild, Auftreten, Ihre Stimme und so weiter an eine vertraute Person (unbewusst) erinnern, erscheinen Sie häufig auch attraktiv – ob Sie wollen oder nicht.
Tipps für Männer
Singles können auf folgende Aspekte achten, um ihren Marktwert zu steigern:
- Ein maskulines Erscheinungsbild kommt beim weiblichen Geschlecht im Durchschnitt gut an; daher lohnt es sich, an seinem Körper bei Bedarf zu arbeiten (Stichwort: Fitnessstudio, Ausdauersport).
- Setzen Sie Ihre Schokoladenseiten bewusst ein; jeder hat welche. Vielleicht lässt eine bestimmte Frisur Ihre strahlenden Augen hervortreten.
- Figurbetonte, aktuelle Mode, die einen hohen sozialen Status widerspiegelt, kann die Außenwirkung verstärken.
Frauen wie Männer dürfen gerne auch mal eine kleine Studie im Bekanntenkreis durchführen. Es geht um die Fragen: „Was sieht gut an mir aus?“, „Was kann ich verbessern?“ und so weiter.
Denken Sie dran: ein attraktives Erscheinungsbild ist beim Flirten schon die halbe Miete. Und jeder hat seine Schokoladenseiten, die er einsetzen kann!
Flirten mit Köpfchen – aber bitte ohne Über-Ich
Der „innere Kritiker“ kann uns, wie jeder weiß, so manchen Flirt versauen, sogar schon vorauseilend. Darüber haben wir ja schon oben gesprochen. Doch es gibt Wege, den „inneren Schweinehund“ auszutricksen, um passende Alltagssituationen auszunutzen zu können.
Wer sich selbst besser verstehen will, kommt um den Begriff „Über-Ich“ nicht herum. Und um Tiefenpsychologie im Allgemeinen sowieso nicht.
In der emotion (3/2009) finden wir eine gute Zusammenfassung und auch aktuelle Erkenntnisse zum sogenannten Über-Ich. Kurz gesagt, handelt es sich dabei um eine innerpsychische Instanz, die unter anderem unsere Normen und (moralischen) Wertvorstellungen beinhaltet.
Sigmund Freud ist bei seiner Arbeit Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals auf das Über-Ich gestoßen. Bis vor wenigen Jahren galten seine Theorien aus Sicht von Universitäts-Psychologen als kalter Kaffee; sie haben infolgedessen auch das Über-Ich belächelt. Ein Irrtum, wie sich vor wenigen Jahren herausstellte. Daher lächelt man heute über Universitäts-Psychologen.
Innovative Neurowissenschaftler wie Antonio Damasio oder Marc Solms haben durch Experimente das Über-Ich genauer lokalisiert: es ist im Stirnhirn verortet (obwohl natürlich klar ist, dass nicht ein einziger Bereich im Gehirn für lediglich eine „Sache“ zuständig ist).
Beispielhaft wird von einer weiblichen Testperson berichtet, die infolge eines Autounfalls schwere Gehirnverletzungen davongetragen hat. Genauer gesagt, ihr Stirnhirn wurde beschädigt. Ich machs kurz Folge: völlige Gewissenlosigkeit!
Werden wir hinsichtlich unsere Hauptthemas konkret: Jeder von uns hat ein Über-Ich, das vor allem aus verinnerlichten Vorschriften und gesellschaftlichen Verboten aller Art besteht. Maßgeblich bei der Über-Ich-Entwicklung sind natürlich die Eltern. Tun – oder denken – wir etwas, das unserem Über-Ich widerspricht, fühlen wir uns nicht wohl in unserer Haut. In solchen Fällen haben wir dann meistens Gewissensbisse. Vielleicht ist das ja bei Ihnen der Fall, wenn Ihnen beim Besuch der Schwiegermutter irgendwelche Gewaltfantasien durch den Kopf gehen. Was weiß ich…
Ein weiterer Haken – und jetzt kommen wir zur Sache: Manche haben so ihre Problemchen, „einfach so“ jemanden anzusprechen, um etwa mit ihm zu flirten, weil „man das nicht einfach so macht“. Natürlich ist dies nur die Perspektive des Betreffenden. Das Gewissen ist ja individuell. Man hat schon den Impuls, den anderen kennenzulernen. Dieser Impuls ist ja angeboren, stammt also, psychoanalytisch gesprochen, aus dem „Es“. Doch das Motiv wird zeitgleich(!) von einem rigiden Über-Ich bekämpft, und zwar gefühls- und gedankenmäßig. Was tun?
- Flirtmuffel sollten sich zunächst einmal bewusst machen, dass eventuell lediglich spießige Bezugspersonen die eigene Schüchternheit mitverursacht haben könnten. Das hilft schon mal beim Überwinden.
- Eine andere Idee: Überrumpeln Sie Ihr Über-Ich, indem Sie in verheißungsvollen Situationen schnell handeln, also den Flirt in spe sofort ansprechen. Bevor sich dann störende Gedanken einschleichen können, sind Sie schon im Gespräch.
- Extreme Fälle dürfen auch – und dieser Tipp wird deren Über-Ich jetzt erzürnen – auch mal ein Gläschen Prosecco abzischen, bevor Sie die Stadt unsicher machen. Bekanntlich ist das Über-Ich in Alkohol löslich. Daher kommt übrigens auch der Spruch, nebenbei erwähnt, dass Betrunkene vorwiegend die Wahrheit sagen; und auch Kinder (aber nur, wenn ihr Über-Ich noch nicht ausgereift ist). Aber nicht übertreiben! Ein Gläschen reicht. Das sollte außerdem nicht zu Gewohnheit werden.
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