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Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Menschen in Beziehungen, und natürlich auch Solisten, ein stabiles soziales Band brauchen sowie harmonischen und emotionalen Rückhalt haben wollen. Das liegt in unserer Natur verankert. Unser Gehirn ist sozusagen auf sozialen Kontakt programmiert, wie aktuelle neurowissenschaftliche Erkenntnisse nachweisen. Der Mensch ist grundsätzlich ein soziales Wesen – wenn da nicht die zahlreichen nachteiligen Einflüsse in der Kindheit wären; sie beeinträchtigen die Liebesfähigkeit im Erwachsenenalter (siehe unten).
Fazit: Eine gelingende Partnerschaft geht weit über den Status einer „geschenkten Sache“ hinaus. Die Liebe erschafft sich nicht von selbst und gedeiht einfach so.
Der Durchschnittsmensch ist demgegenüber meistens der Meinung verhaftet, zu lieben sei ganz einfach, der richtige Partner müsse nur gefunden werden. Falsch: Beide Unternehmungen sind zumindest gleich schwer zu bewerkstelligen. Gerade die eigene Kompetenz zur Liebesfähigkeit ist es, die wir im Allgemeinen überschätzen. Das liegt daran, dass jeder sich als „normal“ empfindet; doch dummerweise sind Menschen bekanntermaßen sehr unterschiedlich. Und außerdem: Wir können ja nicht einmal konkret sagen, was Liebe genau ist. Die einen meinen, Liebe sei die Bereitschaft zu geben; die anderen sind der Auffassung: „Ich will etwas bekommen!“ Beide Extreme ersticken natürlich irgendwann die Beziehung.
Die sogenannte reife Liebesfähigkeit, diesen Ausdruck wollen wir hier einwerfen, hängt gezwungenermaßen von der Kompetenz ab, sich selbst und den anderen zu verstehen. Dabei müssen einstudierte Denk- und Verhaltensweisen infrage gestellt und schließlich berichtigt werden. Um Selbst- und Fremdverständnis kommen Sie nicht herum. Schließlich wurden die meisten in ihrer Kindheit mit allerhand Irrtümern vertraut gemacht, die das menschliche Beisammensein stören, allen voran Denkmuster wie:
- „Wenn es Streit gibt, kann ich nicht daran schuld sein“,
- „Wenn mein Partner nur ein bisschen mehr so wäre wie ich, gäbe es keine Probleme mehr“,
- „Der andere muss doch von sich aus merken, wie es mir geht und was ich brauche. Ich brauche ihm
das doch nicht zu sagen“,
„Ich mache schon genug für unsere Beziehung – jetzt ist der andere mal dran
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