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Warum manche Menschen einen fiesen Partner brauchen
„Ja, er hat mich betrogen, stimmt – aber er liebt mich.“ – „Gut, stimmt, er ist eifersüchtig und kontrolliert mich, aber dadurch zeigt er ja eigentlich, wie viel ich ihm bedeute.“ – „Okay, ihm ist die Hand ausgerutscht, aber er war halt eh schon gereizt. Da war ich also auch ein bisschen dran schuld.“
Sicher kennen Sie solche Aussagen von Frauen, die so manche unmoralische Verhaltensweise ihres Freundes vor sich selbst und vor allem vor anderen rechtfertigen. Ich habe hier, klarer Fall, extremere Fälle herausgehoben. Trotzdem kommen sie vor. Haben Sie sich mal gefragt, wieso es überhaupt Zweierbeziehungen gibt, in denen einer den anderen über Jahre hinweg auf irgendeine Art quält, schikaniert? Außenstehende schlagen die Hände über dem Kopf zusammen, verstehen das Dilemma nicht, wenn sie davon hören. Beide scheinen das irgendwie „zu brauchen“. Das macht doch keinen Sinn, oder?
Doch, macht es. Bei solchen Phänomenen lohnt meistens eine tiefenpsychologische Sichtweise, die die Verhältnisse unter der Bewusstseinsoberfläche der Protagonisten erfasst. An der Oberfläche, so ist zunächst feststellbar, sehen wir eine Zweierbeziehung, in denen einer permanent den Kürzeren zieht. Wir konstruieren mal einen Fall: „Er“ ist der Täter, „sie“ das Opfer. Die tiefenpsychologischen Begriffe lauten für erstere Rolle „Sadist“, für letztere „Masochist“. In diesem Fall leben beide das Thema „Macht und Kontrolle“ aus, und zwar in genau gegensätzlicher Weise. D.h., einer ist der Aktive, der andere der Passive.
Man geht davon aus, dass die Ursachen solcher Phänomene in der frühen Kindheit und Jugend zu finden sind. Relevant sind hierbei vor allen die zentralen Bezugspersonen. So mancher Heranwachsende verinnerlicht die Beziehungsmuster der Eltern, manch anderer die „Bilder“ von den Eltern, die er früh konstruiert. Wenn sich „Liebe“ über Jahre hinweg als „Gequält-Werden“ oder „Quälen“ charakterisiert, kann ein solches neurotisches Muster psychisch übernommen werden. Was bleibt dem jungen Menschen auch sonst übrig, um sein Seelenleben einigermaßen zu stabilisieren?
Jedenfalls hat dies manchmal Auswirkungen auf die individuelle Partnerwahl, wie Sie sich vorstellen können. Im Erwachsenenalter ziehen sich Menschen, die sich vor allem durch diese Themen charakterisieren, ungemein an. „Normalos“ hingegen reizen überhaupt nicht. Da zündet „es“ nicht.
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